Honig: von der Biene bis ins Glas

Der Großteil unserer Bienenbeuten steht bei uns im Garten. Das Nahrungsangebot in unserer Gegend ist sehr vielfältig und auch unsere Nachbarn sorgen dafür, dass unsere Bienen viele verschiedene Pflanzen, Gebüsche und Bäume als Nahrungsquelle haben. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle.

Je nach Saison und Tracht fliegen die Sammelbienen dann diese Pflanzen an, saugen den Nektar aus den Blüten und fliegen ihn in ihrem eigens für den Transport getrennten Honigmagen zurück zum Stock.

Bereits ab hier könnte man genauer auf Punkte wie Standortwahl, Gesetze, Pflanzen, Nektar, Anatomie und Orientierungssinn der Biene eingehen, doch wir wollen uns kurz halten.

 

Am Eingang des Stockes wird natürlich von den Wächterbienen überprüft, ob die Sammelbiene ihr richtiges Zuhause gefunden hat. Durch die Wächterbiene wird der Duft der Sammelbiene kontrolliert und manchmal wird durch betrommeln mit den Fühlern um einen kleine Menge des gesammelten Nektars gebeten. Nun darf die Sammelbiene in den Stock hinein. Jetzt wird der Nektar von Biene zu Biene weitergegeben. Das heißt: durch mehrmaliges weitergeben an die Stockbienen gibt jede dieser Bienen noch Enzyme dazu. Dadurch wird der Nektar auch dicker.

Das passiert bis zu sechsmal. Jetzt wird der eingedickte Nektar, der voll mit Mineralstoffen und Enzymen ist, in die Wabe gepumpt.  Hier wird durch die konstante Stocktemperatur von etwa 36 Grad Celsius und das Befächern mit den Flügeln der Biene das restliche Wasser entzogen. Nach einiger Zeit ist der Nektar so eingedickt, dass er mit Wachs verdeckelt wird. Nun darf er reifen und bereits als Honig bezeichnet werden.

 

Ab Ende Juli ist es dann soweit: Die Ernte beginnt!

Behutsam öffnen wir unsere Beuten und sehen uns die verdeckelten Rähmchen an. Diese werden aber oft nicht freiwillig hergegeben. Mit einem Abkehrbesen werden die Bienen abgekehrt und nur die vollständig verdeckelten Rähmchen entnommen.

Um keine Räuberei entstehen zu lassen, werden die vollen Waben sofort in den Schleuderraum gebracht. Hier wird das Rähmchen nochmals begutachtet und eine kleine Überprüfung des Honigs gemacht. Wir messen den Wassergehalt mit Hilfe eines Refractometers. Ist er zu hoch darf die Wabe nicht geschleudert werden und muss in Stock zurück.

Die volle Honigwabe wird nun entdeckelt. So heißt das, wenn das Wachs von der verdeckelten Honigzelle mit einer Entdeckelungsgabel abgehoben wird.

Was für eine Freude, wenn der reife Honig aus den Waben rinnt. Das ist der Sommer!

Ehrfurcht und Respekt macht sich breit und fast hypnotisiert von dem tollen Naturprodukt kommt das Rähmchen in die Schleuder. Jetzt wird gedreht: 4 x rechts und 4 x links. Aber alles mit Gefühl.

Da ist es, das schöne Geräusch. Der Honig wird von den Waben an die Wände der Schleuder durch die Zentrifugalkraft gedrückt und läuft am Boden zusammen. Danach wird der Hahn der Schleuder geöffnet und der fertige Honig wird durch ein Doppelsieb in einen Hobbock (Edelstahlgefäß) gelassen, wo er aufbewahrt wird. Vom Hobbock wird dann in die Gläser gefüllt, das Glas etikettiert und zum Verkauf vorbereitet.

Ein Naturprodukt fast unbezahlbar: „Der Sommer im Glas“.